“Miasmen aus homöopathischer und kulturhistorischer Sicht”
Seit einigen Jahren leite ich die Miasmenkurse an der Heilpraktikerschule Isolde Richter in Kenzingen.Teilnehmen kann jeder, der die Grundlagen der Homöopathie kennt. Die viertägigen Kurse sind im kreisförmigen Schulungssystem angelegt, das heißt, man kann in jedem beliebigen Kurs einsteigen. Immer steht am Anfang das ganzheitliche Konzept der miasmatischen Behandlung. Dazu kommen ein oder zwei miasmatische Schwerpunkte. In jedem Kurs gibt es kreative Gruppenarbeiten und Live-Anamnesen, damit das erworbene Wissen verinnerlicht wird. Die Unterrichtsinhalte werden durch Bilder, Musik und anschaulichen Texten vermittelt.
Was ist ein Miasma?
Die Miasmen sind der Ausdruck des individuellen und kollektiven menschlichen Bewusstseins mit seinen Licht- und Schattenseiten. Sie stellen eine Dynamik dar, wie man im kleinen und großen Maßstab krank und heil wird. Miasmen spiegeln das Naturgesetz wider, dass der Geist die sichtbare Welt erschafft. Kulturgeschichtlich ist gut zu sehen, dass in jeder Epoche ein bestimmter Zeitgeist herrschte, ein miasmatisches Bewusstsein, dass sich sowohl in künstlerischen, intellektuellen, spirituellen und technischen Errungenschaften manifestiert als auch in einer „Zeitkrankheit“, in einer Seuche. Nicht die Seuche selbst ist das Miasma, sondern das jeweilige Miasma „ruft“ die passende Seuche.
Therapeutisch gesehen und als Basiserkenntnis der Homöopathie bedeutet ein Miasma die unsichtbare, familiensystemisch eingebundene Krankheit unter der Krankheit. Miasmatisch therapieren heißt also die Ursache oder Wurzel einer Krankheit zu erkennen und zu behandeln.
Das ist heute aktueller denn je, denn unser karzinogener Zeitgeist bringt immer kompliziertere und komplexere Krankheiten hervor, allem voran die Krebserkrankung, die sich immer neue organische Felder erobert und statistisch gesehen in jeder Familie vorkommt.
Die Intention meiner Schulung
In meinen Miasmenkursen geht es darum, ein Gefühl für das innere Wesen eines Miasmas und seines Ausdrucks im menschlichen Bewusstsein zu entwickeln. Die Miasmenlehre stellt aus meiner sicht die Basis der Homöopathie dar. Dennoch beziehe ich die konstitutionelle und organotrope Behandlungsweise mit ein. Das Besondere meiner Ausbildung in miasmatischer Homöopathie liegt darin, dass ich ein ganzheitliches Verständnis von Krankheit und vom organischen Ort der Krankheit anstrebe. Welche psychisch-mentalen Themen sind mit einem Organsystem verbunden? Für mich sind die Naturgesetze und ihre Widerspiegelung im menschlichen Organismus die einzig gültigen Lehrmeister. Ich bemühe mich, sie immer ein wenig besser zu verstehen und meine Erfahrungen mit Anderen zu teilen.
In meinen Schulungskursen gehe ich von der Kompetenz der Teilnehmer aus und ehre ihre Erfahrungen. Meine Intention in der Unterweisung ist die Ermunterung, in die eigene Fülle zu gehen, sich selbst zu vertrauen. Ich möchte sie für ihre geistige Freiheit und Eigenautorität inspirieren. Was ich vermittle, betrachte ich nur als geistige „Leitplanken“, Anregungen und Ermunterung, diese oder jene Zusammenhänge zu erkennen. Ich möchte mit Freigeistern als Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten. Deshalb ist mein oberstes Gebot die Toleranz – sich selbst und Anderen gegenüber. Ich erwarte von niemandem, so wie ich zu therapieren, sondern bin begeistert, wenn jeder seinen/ihren Weg der Selbstverwirklichung in der Homöopathie bzw. in der Miasmatik findet. Schließlich geht es einzig darum, einen Ratsuchenden und Kranken in die Heilung zu geleiten. Das geschieht ohnehin nicht durch Globuli, sondern von Herz-Geist zu Herz-Geist.
|